| Mehr als Bauwerk und schöne Orgelmusik |
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Wir sind die evangelische Kirchengemeinde Bad Sobernheim mit der Matthiaskirche als zentraler Gottesdienststätte.
Das Gebäude, zu dem wir ständig Führungen anbieten, ist eines der bedeutensten spätgotischen Kirchenbauten des Mittelrheingebietes. In seiner heutigen Gestalt stammt es aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts.
Wir versuchen offen auf die unterschiedlichsten Menschen zuzugehen, denen daran liegt, den christlichen Glauben zu leben. In der Nachfolge Jesu Christi sehen wir uns dazu verpflichtet besonders für die Schwächeren einzutreten.
Gut evangelisch ist die Bibel Grundlage unserer Entscheidungen. Die Freiheit aus dem Glauben und die Verantwortung gegenüber der Welt sind entscheidende Pfeiler unseres Selbstverständnisses.
Gemeinschaft ist innerhalb unserer Gemeinde groß geschrieben. Darüber hinaus pflegen wir Kontakt zu allen, die unserer "Stadt Bestes" suchen.

Interview mit Frau Heilig durch Frau Marion Unger
Der Diakonie-Ausschuss ist einer von fünf Fachausschüssen der Kirchengemeinde, die das Presbyterium beraten. BRÜCKE-Mitarbeiterin Marion Unger sprach mit der Vorsitzenden Annemarie Heilig.
BRÜCKE:
Frau Heilig, wie lange machen Sie sich schon im Diakonie-Ausschuss mit?
Mitglied bin ich seit 1996, also 15 Jahre. Vor sieben Jahren wurde ich zur Vorsitzenden dieses Gremiums gewählt.
BRÜCKE: Warum engagieren Sie sich gerade auf diesem Arbeitsgebiet?
Durch meine Arbeit will ich dazu beitragen, dass christliche Kirche im Einsatz für die Schwächeren innerhalb der Gemeinde wahrgenommen und gespürt wird. Neben der Verkündigung ist diakonisches Handeln ein biblischer Auftrag und eine wichtige Säule der kirchlichen Aufgaben. Mein Vater war Diakon des „Rauhen Hauses“ in Hamburg. Dort sind durch Johann Hinrich Wichern die Wurzeln der „Inneren Mission“ und des Diakonischen Werkes. Wichern war sein großes Vorbild und so hat mich das gelebte diakonische Handeln in meinem Elternhaus sehr geprägt, es zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben.
BRÜCKE: Wie haben Sie diese Vorstellung praktisch umgesetzt?
Zum Beispiel habe ich eine Ausbildung zur ehrenamtlichen Hospizhelferin absolviert. Zwölf Jahre lang begleitete ich die Bewohner des Hüttenbergs in die Frauenhilfe und engagierte mich im Besuchsdienst. Diakonie ist zum Einen institutionalisiert wie etwa im Diakonischen Werk, sie braucht aber auch Menschen, die sich in der Gemeinde in besonderer Weise engagieren und spüren, wo Hilfe nötig ist
BRÜCKE: Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Aufgaben des Diakonie-Ausschusses?
Der Ausschuss berät das Presbyterium in allen diakonischen Fragen. Bei Bedarf erhalten wir einen konkreten thematischen Auftrag, beschäftigen uns aber auch selbstständig mit den aktuellen Themen. Unser Kreis besteht im Moment aus zwei Presbytern und sechs weiteren ehrenamtlichen Mitgliedern. Pfarrerin Ulrike Scholtheis-Wenzel steht uns unterstützend zur Seite. Der Ausschuss arbeitet in einem Dreischritt nach dem Motto „Sehen-Urteilen-Handeln“. Dabei muss er aber auch bedenken, was anhand der vorhandenen Ressourcen realisierbar ist.
BRÜCKE: Der Ausschuss hat ja eine beratende Funktion. Wird seine Stimme im Presbyterium gehört und ernst genommen?
Wir spüren einen sehr starken Rückhalt im Presbyterium. So wurde zum Beispiel das Seelsorge-Konzept fast ohne Änderungen beschlossen und das Seminar zum Thema Armut, das der Ausschuss in eigener Verantwortung geplant hatte, vorbehaltlos unterstützt. Es gibt regelmäßige Berichte des Ausschusses im Presbyterium und unsere Projekte haben bisher immer Zustimmung gefunden.
BRÜCKE: Was haben Sie schon angeregt und umgesetzt?
Die größte Aufgabe für uns war bisher, in den Jahren 2006 und 2007 für unsere Gemeinde ein Konzept zu entwickeln, wie die pfarramtliche und ehrenamtliche Arbeit in der Seelsorge neu zugeordnet werden kann. Über ein Jahr lang haben wir uns intensiv in vielen Sitzungen und unter fachlicher Begleitung mit diesem Thema auseinandergesetzt. Hier konnte ich meine Erfahrungen einbringen und gemeinsam mit meinen engagierten Ausschussmitgliedern dem Presbyterium gute Vorschläge unterbreiten. Schon seit Jahren beschäftigen wir uns außerdem mit dem Thema Armut. Nach einem Seminar 2003 über „Armut in unserer Kirchengemeinde“ konnten wir dazu beitragen, dass die Hausaufgabenhilfe gegründet wurde. Bis heute leistet sie gute Arbeit zur Unterstützung und zum Chancenausgleich sozial schwacher Grundschulkinder.
BRÜCKE: Beschäftigt Sie zurzeit ein konkretes Vorhaben?
Der gesellschaftliche Wandel bringt auch einen Wandel in den Familienstrukturen mit sich, darum müssen Möglichkeiten zur Unterstützung junger Familien überlegt werden. Der Diakonie-Ausschuss möchte das Projekt „Wellcome“ gerne in Bad Sobernheim etablieren. Es läuft sehr erfolgreich unter dem Dach des Diakonischen Werkes im Kirchenkreis An Nahe und Glan und könnte auch hier Kreise ziehen.
(Siehe auch „Wellcome – Willkommen, neues Leben!“ auf Seite...)
BRÜCKE: Herzlichen Dank für das Gespräch und gutes Gelingen für Ihre weiteren Pläne.
Machen Sie mit!
Gerne informiert Sie Annemarie Heilig über die Arbeit des Diakonie-Ausschusses. Ihre Adresse: Auf Mohren 5, Telefon: 4456.

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